Dongfeng Rich 6 im Februar 2026
Die Tage sind wir beim Autohaus Ackermann in Altenstadt vorbeigefahren und ein auffällig oranger Pickup erregte unsere Aufmerksamkeit. Also umgedreht und den man in Augenschein genommen – Es handelt sich um den chinesischen Dongfeng Rich 9, daneben stand der etwas kleinere Dongfeng Rich 6. Leider hatte das Autohaus geschlossen, so dass ich heute abermals hingefahren bin.
Da der Chef gerade in einem Gespräch war, zeigte mir ein Mechaniker den Dongfeng Rich 9. Ein durchweg gelungener Pickup, von der Größe her etwas größer als Hilux und Co. Ausgestattet mit einem Nissan-Diesel aus dem Navara und den Ausmaßen wirkt er richtig erwachsen, sowohl Front, als auch Heck- und Seitenansicht sind meiner Meinung nach sehr gelungen! Probefahren kann man ihn noch nicht, da er erst noch homologiert werden muss.
Nach einem Gespräch mit dem sehr netten Autohaus-Besitzern fragte mich der Chef, ob ich Lust hätte, mit dem bereits zugelassenen Dongfeng Rich 6 eine Runde zu drehen – na klar, für so was nimmt man sich einfach Zeit! Also den Schlüssel in die Hand gedrückt bekommen und es konnte losgehen! Der Automatik-Wählhebel bereitete mir doch ein wenig Kopfzerbrechen, die Stellung „P“ ist mit einem Knopf auf der Oberseite versehen, will man in „R“ oder „D“ schalten, geschieht dies mit dem seitlichen Druckknopf. Der Dieselmotor mit 2.3 Liter Hubraum und 163 PS ist bekannt aus dem Nissan Navara, das Verbrenner-Prinzip eindeutig Diesel, wenngleich auch nicht unangenehm präsent.
Auf Landstraßen ist die Beschleunigung sehr gut, einzig das etwas nervöse hin- und herschalten der Automatik von ZF könnte man bemängeln. Kann man aber auch positiv sehen, denn so geht es gut voran, der Motor fühlt sich stärker an! Die Lenkung präzise, das Fahrwerk nicht zu weich und nicht zu straff. Die Bremsen packen gut zu, ein Weg mit Schneematsch bot Gelegenheit, den zuschaltbaren Allrad mal zu testen. Dies geschieht über einen Drehknopf, der Allradantrieb rastet sofort ein und tut, was er soll. Eine Getriebeuntersetzung ist selbstverständlich auch an Bord, wie sich das für einen Pickup gehört.
Also mal aussteigen und den Rich 6 auf sich wirken lassen. Ich finde, er hat ein wenig von allen Herstellern, wirkt aber trotzdem nicht wie eine billige Kopie von Toyota und Co. Der Kühlergrill ist sehr präsent, die Seitenlinie typisch Pickup. Die Rückleuchten haben schon Ähnlichkeit mit der letzten Navara-Generation, die Ladefläche ist von der Länge her Pickup-Standart bei einem Doppelkabiner. Die 3 Tonnen Anhängelast reichen den meisten wohl aus.
Der Innenraum wirkt stimmig, ein großes Display haben ja mittlerweile alle Pickups. Die Kunstledersitze sind straff, aber ausreichend bequem. Ein höhenverstellbares Lenkrad ist ebenso vorhanden wie eine automatische Klimaanlage oder eine Bluetooth Freisprecheinrichtung. Hinten ist ausreichend Platz in der Kabine, man sitzt aufrecht und recht bequem. Die Rundinstrumente sind klassisch gehalten und leicht abzulesen. Alles macht keinen billigen Eindruck, die Haptik passt, würde ich sagen!
Nach einer halben Stunde Fahrt hab ich den Rich 6 wieder am Autohaus abgeliefert. Der Listenpreis liegt bei 37000, kaufen könnte man ihn für um die 30000. Ein mehr als fairer Preis, wenn man nicht bereit ist, die mittlerweile sehr teueren Preise für Toyota, Ford und Co. Bezahlen zu wollen! Dazu noch einen guten regionalen Händler, da wird es auf jeden Fall interessant, wie sich der Dongfeng so im Alltag macht! Ein unbekannter Hersteller ist Dongfeng ja beileibe nicht, sie haben Jahrzehnte Erfahrung im Automobilbau. Ich sage ein herzliches Dankeschön an das Autohaus Ackermann in Altenstadt a. d. Waldnaab für das nette Gespräch und die prompte Probefahrt! (Jürgen Krauß)