Terrain-Tamer-Fahrwerke
Bei einem Besuch bei GPC Offroad im fränkischen Mainklein erzählte Tim mir das erste Mal von Terrain Tamer aus Australien. Ich hatte bis dato den Namen noch nie gehört, fand das aber interessant, da ja fast alle renommierten Fahrwerkshersteller wie OME, Pedders, TJM oder Ironman auch aus Australien kommen. Im Gespräch ergab sich, dass dieser bei uns noch ziemlich unbekannte Hersteller bekannter werden möchte, und Tim fragte bei Terrain Tamer nach, ob es speziell für meinen Toyota Hilux ein Fahrwerk mit der Möglichkeit einer legalen Eintragung geben würde.
Eine zeitlang hörte ich nichts mehr von dieser Sache, bis sich irgendwann Paul von Terrain Tamer vom europäischen Zentrallager in Frankreich meldete. Er meinte, sie würden einen Hilux suchen, dessen Eckdaten genau auf meinen passten! Ich meinte, wenn die Möglichkeit einer Einzelabnahme bestünde, wäre ich nicht abgeneigt! Viele WhatsApp wechselten hin und her, Paul war sofort bereit, mir das Fahrwerk zu sponsern incl. Der „Upper Arms“, also der Querlenker! Ich könnte das Fahrwerk einbauen, eintragen und dann ausgiebig testen – der Plan hörte ich in der Tat nicht schlecht an und ich sagte auch ohne langes Zögern zu!
Die ersten 70000 km war ich mit einem Ironman – Fahrwerk unterwegs, mit dem ich eigentlich sehr zufrieden war. Es tat, was es sollte, sowohl Offroad als auch Onroad. Und das hätte es sicherlich auch noch länger getan, aber interessant fand ich die Idee mit dem Terrain Tamer ja schon! Warum nicht mal was Neues ausprobieren? Durch Zufall war an einem Wochenende der Basti M. bei uns zu Besuch auf unserer Vereinsranch, und wie sich rausstellte, war er derjenige, der für GPC Offroad Fahrwerke einbaut! Da hatte ich ja gleich den richtigen Mann, wir fanden schnell einen Termin für den Einbau.
Ich hatte mir einen Tag frei genommen, um den Hilux zu Basti in die Werkstatt zu bringen. Die Zeit dazwischen incl. Übernachtung verbrachte ich bei den Jungs von GPC und Tim und Milena. Am nächsten Tag holte ich meinen Pickup wieder ab. Die Höherlegung war wie bei jedem Fahrwerk deutlich zu sehen und wohl einen Tick höher als beim Ironman, letztlich senkt sich aber aus Erfahrung jedes Fahrwerk ein bisschen, so dass wohl letztlich die angepeilten ca. 5 cm übrig bleiben würden. Leider hatte Paul vergessen, die Upper Arms mitzuschicken, die wurden nachgeliefert. Die Eintragung nahm Flo, der Cheffe von GPC Offroad, persönlich vor, war kein Problem.
Die erste Fahrt nach Hause war spannend. Was würde anders sein, wie würde das Fahrwerk reagieren? Nun, auch das tut, was es soll – nur einen Tick komfortabler als das etwas härtere Ironman, das merkte man schon auf den ersten Kilometern. Unebenheiten wurden spürbar weicher abgefedert, hier ist das Ironman härter abgestimmt. Alles in allem sehr zufrieden und ich fand schon mal, der Umbau-Aufwand hatte sich gelohnt.
Irgendwann wurden die noch fehlenden Querlenker nachgeliefert und beim Autohaus Ackermann in Altenstadt/WN. Eingebaut. Mit den Upper Arms war der Umbau nun komplett, ein deutlicher Unterschied war nicht spürbar zu den originalen Querlenkern, aber es soll wohl besser für die Fahrwerksgeometrie sein und wird beim Umbau immer empfohlen.
Nach der ersten Roadbook-Tour mit hohem Schotteranteil hier in unserer Gegend war ich auch auf diesem Untergrund zufrieden, auch hier arbeitet das Terrain Tamer gut und ist komfortabler abgestimmt als das Ironman. Wie würde es sich auf einer längeren 4x4-Tour bewähren? Im Juni stand eine Tour in die spanischen Pyrenäen an mit sehr hohem Pistenanteil, teils sehr derb. Eine gute Gelegenheit! Wir waren auf mehreren Roadbook-Tracks unterwegs, von einfachen Schotterwegen, die man mit etwas höherer Geschwindigkeit befahren konnte, über grobere Pisten mit Steinen, Wasserlöchern, Bachdurchfahrten und auch mal tieferen Schlaglöchern bis hin zu Schwierigkeitsstufe 3-4. Eine Tour, bei der Allrad und Untersetzung fast die ganze Zeit aktiviert war über eine Strecke von 19 km! Sehr steile Auffahrten, derbe Auswaschungen, Steine im Weg und große Löcher erforderten schon Aufmerksamkeit, noch dazu war hier wohl schon länger niemand mehr unterwegs, weshalb jeder von uns ein paar Andenken in Form von Kratzern von hereinhängenden Sträuchern und kleinen Bäumen mit nach Hause nahm!
Also eine perfekte Strecke, bei dem das Fahrwerk zeigen konnte, was es kann. Im Schritttempo ging es voran, kein Knarzen oder Quietschen vernehmbar, eine gute Verschränkung machte den Einsatz einer Sperre nicht nötig. Als wir irgendwann wieder den Asphalt erreichten, war ich jedenfalls mit dem Terrain Tamer sehr zufrieden und kann jetzt auch sagen, dass es auch auf derben Offroad-Pisten wirklich gute Arbeit verrichtet! Zusammen mit den groben MT´s CF 3000 von Comforser braucht man so schnell keine Angst zu haben, steckenzubleiben! Mittlerweile ist es ca. 6000 km verbaut, ich bin absolut zufrieden! Ob das so bleibt, werden wir sehen. Preislich liegt das Fahrwerk etwas günstiger als das OME, die Querlenker schlagen mit 750 Euro zu Buche.
Ich möchte mich auf diesem Wege ganz herzlich bei Terrain Tamer und vor allem bei Paul bedanken und hoffe, dass ich ihn mal persönlich kennenlernen kann. Desweiteren natürlich bei den Jungs von GPC, allen voran Tim, der das ermöglicht hat. Und bei Basti für den Einbau. Mittlerweile ist das Fahrwerk auch im Fahrzeugschein eingetragen, so dass ich „Street legal“ unterwegs bin. (Jürgen Krauß)